Neuste Einträge
Soft-Robotik
Wenn Roboter fühlen lernen
Wohl kaum eine andere Technologie hat in den letzten Jahren so viel Aufsehen erregt wie die künstliche Intelligenz. Der Grund dafür ist die Entwicklung der grossen Sprachmodelle (LLM) im Jahr 2018 durch GPT-1 von OpenAI. Ebenfalls 2018 veröffentlichte Google das Modell BERT, ein weiterer wegweisender Meilenstein der frühen LLM-Geschichte. Grundlage für beide Modelle war die revolutionäre Transformer-Architektur, die Google-Forscher im Jahr zuvor vorgestellt hatten. Sie ermöglichte es erstmals, Sprachmodelle massiv zu skalieren und auf gigantischen Textmengen zu trainieren. Während LLMs in der Gesellschaft schnell Fuss fassen, verhielt sich die Roboterindustrie lange Zeit eher zurückhaltend. Das hat sich aber mit der Weiterentwicklung der LLMs zu multimodalen Modellen schlagartig geändert. Künstliche Intelligenz überwindet die Grenzen der virtuellen Welt und trifft auf eine neue Generation weicher Maschinen (Soft-Robotik), die ihre Umwelt nicht mehr nur berechnen, sondern buchstäblich fühlen.
Genie oder Alptraum
Wieviel Intelligenz steckt in einer KI?
Seit der Veröffentlichung der ersten grossen Sprachmodelle – wie zum Beispiel ChatGPT, Gemini, Claude und vielen anderen – streiten Experten darüber, ob diese Modelle über eine Intelligenz verfügen, die ihnen ein Verständnis der Welt ermöglicht. In letzter Zeit hat diese Frage an Brisanz gewonnen, weil der Ruf nach autonomen KI-Agenten von Seiten der Wirtschaft immer lauter wird. KI-Agenten sind die nächste Generation der normalen Chatbots. Während Chatbots auf direkte Eingaben warten, können autonome Agenten selbstständig denken, planen und Handlungen ausführen, um ein ihnen gesetztes Ziel zu erreichen. Aber wie intelligent werden die Nachfolger der KI-Assistenten sein? Diese Frage ist von besonderer Bedeutung, weil die Intelligenz auch darüber entscheidet, wie sicher autonome Agenten in Zukunft sind.
Nichts mehr wert?
Verdrängt KI-generierter Content die echte, schöpferische Arbeit?
Wo viel Licht ist, ist auch starker Schatten. Diese alte Weisheit trifft leider auch auf die vielfältigen Möglichkeiten zu, die uns die künstliche Intelligenz (KI) eröffnet. Für kreative Menschen kann KI ein Werkzeug sein, das sie befähigt, über sich hinauszuwachsen. Endlich rücken auch Vorhaben in greifbare Nähe, für die bisher die Zeit oder die technischen Möglichkeiten gefehlt haben. KIs sind unermüdliche Helfer und die Geschwindigkeit, mit der sie Grafiken generieren, Texte schreiben, Zusammenfassungen und Analysen erstellen, ist atemberaubend. Aber die neue Technologie hat auch Schattenseiten. Praktisch alle, die Zugang zu KI haben, können auf Knopfdruck Content erstellen, wofür andere jahrelang lernen und üben müssen.
Anatomie eines Paradigmenwechsels
Wie radikal künstliche Intelligenz Technologien verändert
Als organisches Ranking bezeichnet man die normalen Platzierungen in den Ergebnissen der Suchmaschinen, die man nicht kaufen kann. Sie werden durch Search Engine Optimization (SEO) beeinflusst. Zwanzig Jahre lang war SEO das ultimative Rezept, wenn es darum ging, für die eigene Website eine möglichst gute Platzierung zu erzielen. Dabei geht es um Begriffe wie Keywords, Backlinks, Meta-Tags und technisches SEO. Weil nicht wenige damit überfordert sind, bieten Expert:innen – gegen Bezahlung versteht sich – ihre Hilfe in Form von Workshops, Kursen und Dokumentationen an. Doch mit diesem einträglichen Geschäft könnte es schon bald vorbei sein. Fast über Nacht hat künstliche Intelligenz SEO so radikal verändert, dass etablierte Tipps und Strategien praktisch wertlos geworden sind.
Google AI Edge Gallery
Die KI in der Hosentasche
Die Google AI Edge Gallery ist eine offizielle App von Google für Android, die es ermöglicht, offene Sprachmodelle – häufig auch als Large Language Models (LLMs) bezeichnet – direkt auf einem Smartphone oder Tablet auszuführen. Wem das zu kompliziert klingt, kann es sich so vorstellen: KIs sind riesig und enorm speicherhungrig. KIs benötigen normalerweise ganze Rechenzentren, weil nur dort ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Mit der AI Edge Gallery soll es nun möglich sein, eine persönliche künstliche Intelligenz auf dem eigenen Smartphone zu betreiben.
Macht KI dumm?
Über das Für und Wider des Lernens mit künstlicher Intelligenz
Obwohl oder gerade weil es relativ wenige Erfahrungswerte gibt, wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz an Schulen und Hochschulen heiss diskutiert. Der Siegeszug der generativen Sprachmodelle begann zwar bereits Ende 2022, aber erst seit Kurzem sind leistungsstarke, kostenlose KIs wie Gemini, GPT-5 oder Claude für "jedermann" verfügbar. Keine Suchmaschine, die sich im Markt behaupten will, kommt heutzutage noch ohne KI-Modus aus. Da ist die Versuchung gross, dass der eine oder die andere die Erledigung der Hausaufgaben oder das Schreiben der Semesterarbeit an eine KI delegiert. Die Lehrkräfte sind entsprechend verunsichert und viele stehen diesem Problem hilflos gegenüber. Sicher ist nur: Die KIs sind gekommen, um zu bleiben. Nun zur Frage "Macht KI dumm?": Ja und nein!
Programmieren mit einer KI
Wie künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert
Programmieren ist nicht nur eine anspruchsvolle Tätigkeit, sondern auch enorm zeitaufwändig. Für praktisch jeden Teil einer Applikation muss auch ein entsprechender Test geschrieben werden, der – automatisch ausgeführt – sicherstellen soll, dass das Programm tut, was es soll. Der Zeitaufwand für die Tests ist nicht weniger gross als die Erstellung der eigentlichen Funktion selbst. Hinzu kommt noch Boilerplate-Code (oft auch nur als «Boilerplate» bezeichnet). Mit Boilerplate definiert man in der Softwareentwicklung jene Abschnitte des Codes, die in fast unveränderter Form immer wieder an mehreren Stellen eines Programms wiederholt werden müssen. Das alles kostet Zeit, ist aber unumgänglich, wenn man qualitativ guten, sicheren Code schreiben will. Ein Zielkonflikt, der nicht selten zu frustrierenden Ergebnissen führt.
Die Dreckschleuder
Wie gefährlich ist künstliche Intelligenz für unsere Gesellschaft?
Anfang Juli verkündete Elon Musk auf X, dass Änderungen an Grok, der plattformeigenen KI, vorgenommen würden. "Wir haben Grok erheblich verbessert", postete er. "Ihr solltet einen Unterschied bemerken, wenn ihr Grok Fragen stellt". Einige Tage nach dieser Ankündigung bemerkten viele User tatsächlich einen Unterschied in Groks Verhalten. Die KI schrieb antisemitische Kommentare, brachte Personen mit jüdisch klingenden Nachnamen mit "Anti-Weissen-Hass" in Verbindung und meinte, Adolf Hitler würde "das Muster erkennen" und "jedes verdammte Mal entschieden handeln". Zur Krönung des Ganzen bezeichnete Grok sich selbst auch noch als "MechaHitler". Nachdem User auf die Antworten aufmerksam wurden, löschte x.AI einige der Beiträge und beschränkte den Chatbot darauf, Bilder statt Textantworten zu generieren. Ein besseres Beispiel für die missbräuchliche Verwendung von künstlicher Intelligenz hätte Musk der Welt nicht liefern können.
Ausser Kontrolle
Die dunkle Seite der LLMs
Mein Beitrag zum Thema Halluzinationen bei LLMs (Large Language Model) liefert eine mögliche Erklärung, warum grosse Sprachmodelle falsche Ergebnisse generieren. In ihrem neusten Artikel für "Science’s Expert Voices” vertieft die US-amerikanische Autorin Melanie Mitchell das Thema. Mitchell ist Professorin am Santa Fe Institute in New Mexico und beschäftigt sich seit langem mit künstlicher Intelligenz. Mitchell hinterfragt kritisch die zum Teil euphorischen Behauptungen der Tech-Konzerne und zeichnet ein realistisches Bild über die Möglichkeiten und Grenzen von künstlicher Intelligenz. Mitchells Artikel ist nichts für empfindsame Gemüter und zeigt auf, wie bedrohlich künstliche Intelligenzen werden können, wenn sie zu viel Macht erhalten.
GPT-5 Ist da
Die neuste KI von OpenAI hat mehrheitlich enttäuscht
Am 7. August stellte OpenAI endlich seine gross angekündigte und mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte künstliche Intelligenz (KI) GPT-5 vor. OpenAI CEO Sam Altman hielt sich nicht zurück und bezeichnete GPT-5 als einen wichtigen Schritt in Richtung starke künstliche Intelligenz, auch bekannt als Artificial General Intelligence (AGI). Altman behauptet, dass die neue KI die Fähigkeiten eines Menschen mit einem sehr hohen akademischen Grad (Ph.D-Level) beherrscht und dies gleich in mehreren Bereichen. In meinem Beitrag zum Thema Superintelligenz habe ich aufgezeigt, wie weit wir noch von einer KI mit starker (allgemeiner) Intelligenz entfernt sind. Viele Nutzer sind denn auch enttäuscht über die tatsächlichen Fähigkeiten von GPT-5. Doch was ist GPT-5 genau und wo sind die Schwachstellen?